der Transformator

Der Newsletter für nachhaltige Transformation Made in Germany 🇩🇪

Über den Standort Deutschland wird viel geklagt. Doch Jammern bringt uns nicht weiter – Handeln schon!

Die globalen Rahmenbedingungen können wir kaum beeinflussen. Was wir beeinflussen können, ist wie gut Unternehmen digital, agil und zukunftsfähig aufgestellt sind.

In diesem Newsletter reflektiere ich wöchentlich meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Impulse aus Digital-, Transformations- und Change-Projekten.

✔️Prägnant ✔️Praxisnah ✔️ Pro Bono.

Mein Antrieb: Viele kleine, konsequente Schritte können große Wirkung entfalten.

📣 Lass uns gemeinsam was bewegen!

🗓️ AUSGABE 1
Push vs. Pull

Foto mit KI generiert

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von der Transformator:

Die Pipeline ist verstopft – nichts kommt mehr raus! So, oder so ähnlich könnte man die Projektlandschaft in vielen Unternehmen beschreiben…😒

Das Management startet ständig neue Projekte, um auf Marktveränderungen zu reagieren – wohlwissend, dass ein Entwicklungs-Projekt, egal wie groß, typischerweise mindestens zwei Jahre braucht 😲Macht das wirklich Sinn? Oder ist es endlich an der Zeit, grundlegend umzudenken…?

Statt immer mehr zu starten, sollten wir einen Schritt zurücktreten und uns fragen: Wie löst man einen Stau am effektivsten auf? 🤔 🤔 🤔

💭 Die Antwort ist klar: Tür zu, niemand kommt mehr rein! “Stop starting - start finishing!”

Als Eye-Opener nutze ich in meinen Trainings gerne diese Stau-Simulation – jeder kennt das Gefühl, im Stau zu stehen und sich zu fragen, wie man ihn schnellstmöglich auflöst oder gar nicht erst entstehen lässt.

Doch haben wir auch den Mut dazu? Können wir in unseren hierarchischen Strukturen diese Entscheidung gegenüber der nächsthöheren Instanz verantworten?

In meinen agilen Trainings setze ich eine einfache, aber wirkungsvolle Praxisaufgabe ein: Wir bauen Papierschiffchen ⛵️und simulieren damit zunächst ein Push-System, danach ein Pull-System. Die anschließende Reflexion mit der Gruppe zeigt immer wieder ähnliche Ergebnisse (und das bei mittlerweile über 1000 geschulten Teilnehmern):

  • Der Durchsatz ist in beiden Systemen mindestens identisch (im Pull-System oft sogar höher!)

  • Im Push-System ist der Materialeinsatz inklusive Verschwendung durch halb fertige Arbeiten exorbitant hoch (Verschwendung!)

  • Die Teilnehmer berichten von Stress (z.B. durch Bottlenecks), während im Pull fokussiertes und strukturiertes Arbeiten möglich ist.

Diese Beobachtungen sind nur ein Ausschnitt dessen, was wir gemeinsam in der Selbstreflexion herausarbeiten – und sie zeigen eindrucksvoll, wie viel Potenzial in einem konsequenten Perspektivwechsel steckt…

RECAP
Mein Take:

  • Grundlegender Schritt
    Die Umstellung von Push- auf Pull-Systeme ist ein Gamechanger für Unternehmen, die nachhaltige Effizienz und Flexibilität wollen. Push bedeutet: Aufgaben werden verteilt, egal ob Kapazität da ist. Pull heißt: Teams übernehmen Verantwortung und holen sich Arbeit, wenn sie wirklich Kapazitäten haben.

  • Herausforderungen im Push-System
    Endlose Meetings, ständig neue Projekte, bevor alte abgeschlossen sind – das verzerrt das Bild der Realität. Es fühlt sich produktiv an, ist aber oft nur Aktionismus. Die Folge: verstopfte Pipelines, steigende Komplexität, hunderte laufende Projekte. Die Angst: Ohne ständiges Pushen könnten Mitarbeiter untätig sein, Führungskräfte fürchten Kontrollverlust.

  • Die Realität im Projektmanagement
    Ich habe erlebt, wie über 200 parallele Projekte mit Laufzeiten von zwei bis dreieinhalb Jahren jede Flexibilität blockieren. Weitere 80 Projekte in der Pipeline? Das ist wie Dauerstau auf der Autobahn. Der einzige Ausweg: Mut zur Pause, keine neuen Projekte starten, erst liefern, dann neu priorisieren!

  • Pull-Systeme als Lösung
    Pull bringt Fokus und Ruhe. Die Teams arbeiten konzentriert, weniger Kontextwechsel, weniger Hektik. In meinen Workshops – etwa beim Papierschiffchen-Falten – erleben die Teilnehmer, wie Durchlaufzeiten und Warteschlangen die Effizienz beeinflussen. Maschinen werden selbstverständlich getaktet, bei Menschen und Projekten fehlt oft die Priorisierung. Im Pull-System zählt, was wirklich wichtig ist. Das Feedback der Teilnehmer: „Kannst du demnächst bitte mal mit unserem Management Papierschiffe bauen?“😀

Fazit: Pull erfordert Mut und ein radikales Umdenken. Es ist die Basis für nachhaltige Entwicklung und bessere Entscheidungen. Führungskräfte müssen loslassen und ihren Teams vertrauen – auch wenn die Angst bleibt, dass ohne Push nichts passiert. Doch das Ergebnis einer echten Pull-Kultur: weniger Stress, klare Prioritäten, nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.

👉 Haben wir den Mut, ehrlich zu uns und unserer Lieferfähigkeit zu werden?

Ich suche:

  • den Austausch mit Fach- und Führungskräften,

  • die den Mut haben, unternehmerisch zu denken

  • und Transformation wirklich umzusetzen.

💡Wenn Du Teil der Lösung sein willst:

Bis nächste Woche,
Christoph Lohrer | Dein Transformator