der Transformator

Der Newsletter für nachhaltige Transformation Made in Germany 🇩🇪

Über den Standort Deutschland wird viel geklagt. Doch Jammern bringt uns nicht weiter – Handeln schon!

Die globalen Rahmenbedingungen können wir kaum beeinflussen. Was wir beeinflussen können, ist wie gut Unternehmen digital, agil und zukunftsfähig aufgestellt sind.

In diesem Newsletter reflektiere ich wöchentlich meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Impulse aus Digital-, Transformations- und Change-Projekten.

✔️Prägnant ✔️Praxisnah ✔️ Pro Bono.

Mein Antrieb: Viele kleine, konsequente Schritte können große Wirkung entfalten.

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🗓️ AUSGABE 27
Output vs. Outcome – mit AI-native SAFe

Quelle: Scaled Agile Inc.

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von der Transformator:

Scaled Agile positioniert derzeit AI-Native SAFe als nächsten Entwicklungsschritt des Frameworks. Schon in der ersten Session wurde deutlich: Es geht nicht um ein paar KI-Ergänzungen am Rand, sondern um den Anspruch, skalierte Agilität für das KI-Zeitalter neu zu rahmen.

Im Zentrum stand zunächst das neue „AI-Native-SAFe Big Picture“ — begleitet von viel Aufbruchsrhetorik und der Botschaft, dass künftig zwei Spielarten nebeneinanderstehen sollen: Core SAFe und AI-Native SAFe.

Core SAFe adressiert eher Organisationen, die noch an den Grundlagen skalierter Agilität arbeiten. AI-Native SAFe zielt dagegen auf Early Adopters: Unternehmen, die KI nicht als Tool, sondern als integralen Bestandteil von Engineering, Produktentwicklung und Entscheidungsprozessen verstehen.

In der zweiten Session ging es um Output vs. Outcome. Auf den ersten Blick wenig spektakulär: Die Unterscheidung zwischen dem, was Teams liefern, und der Wirkung, die dadurch entsteht, ist nicht neu. Sie gehört seit Jahren zum Pflichtvokabular moderner Produktentwicklung, agiler Führung und Lean-Agile-Praktiken.

Gerade deshalb wird es spannend:

  • Ist „Outcome statt Output“ hier nur ein bekanntes Konzept im neuen AI-Native-Gewand?

  • Braucht es wirklich KI, um konsequenter wirkungsorientiert zu arbeiten?

  • Oder hebt AI-Native SAFe Outcome-Orientierung tatsächlich auf eine neue Ebene — durch bessere Entscheidungsgrundlagen, kürzere Lernzyklen, datenbasierte Priorisierung und eine engere Kopplung von Strategie, Engineering und Kundennutzen?

Bevor diese Frage beantwortet wird, lohnt sich ein kurzer Recap: Was unterscheidet Output und Outcome wirklich?

Die Begriffe klingen ähnlich und werden in der Praxis oft unscharf verwendet. Auch in Trainings zeigt sich immer wieder: Das Verständnis ist keineswegs selbstverständlich. Umso wichtiger ist eine klare Trennung.

Die Logik ist einfach — die Konsequenz in der Umsetzung nicht:

  • Output beschreibt, was wir geliefert oder umgesetzt haben.

  • Outcome beschreibt, welche Wirkung wir damit erzielt haben.

Oder noch kürzer:

  • Output = Was haben wir gemacht?

  • Outcome = Was haben wir damit erreicht?

Mit KI lässt sich in sehr kurzer Zeit enorm viel Output erzeugen: mehr Texte, mehr Code, mehr Konzepte, mehr Analysen, mehr Varianten. Aber mehr Output ist noch kein Fortschritt. Die entscheidende Frage lautet: Entsteht daraus messbarer Wert?

Der Fokus auf Outcome in AI-Native SAFe ist deshalb richtig — auch wenn die Idee selbst nicht neu ist.

Neu ist der Druck, der durch KI entsteht: Wenn Produktion nahezu beliebig beschleunigt werden kann, wird Wirkung zum eigentlichen Engpass.

AI-Native SAFe verschiebt den Fokus damit von „Was haben wir geliefert?“ zu „Welche Wirkung haben wir erzielt?“

Outputs bleiben notwendig — aber sie sind nur Mittel zum Zweck. Entscheidend sind validierte Kunden- und Geschäftsergebnisse, gesteuert über OKRs, belastbare Metriken, Feedback-Loops und klare Priorisierung.

Output ist nicht mehr der Engpass. Outcome ist der Maßstab..

Mik Kersten

Buch
Mein Take:

Scaled Agile greift dabei erneut auf externe Vordenker zurück — hier auf Mik Kersten. Das wirkt weniger wie ein neues Konzept als wie eine SAFe-Kuratierung bekannter Gedanken für den KI-Kontext.

Kersten beschreibt Output vs. Outcome vor allem mit Blick auf das KI-Zeitalter und die notwendige Weiterentwicklung von Operating Models. Seine Kernthese lässt sich auf einen Satz verdichten:

Output ist nicht mehr der Engpass. Outcome ist der Maßstab.

KI senkt die Kosten für Wissensarbeit drastisch. Code, Konzepte, Analysen, Designs und Dokumentation entstehen schneller — durch Teams ebenso wie durch AI Agents. Damit verschiebt sich die zentrale Führungsfrage:

Nicht: „Wie produzieren wir mehr?“ Sondern: „Wie übersetzen wir Output in messbare Kunden- und Geschäftsergebnisse?“

Für agile Organisationen ist das zentral. Wer sich weiterhin primär an Features, Story Points, Codezeilen oder Deliverables misst, beschleunigt mit KI vor allem eines: ein altes, output-orientiertes Steuerungsmodell. Dann liefern Teams schneller mehr Dinge — aber nicht zwingend mehr Wert.

Kersten fordert deshalb ein outcome-orientiertes Operating Model: mit klarer Verbindung zwischen Strategie und Umsetzung, kurzen Feedback-Loops, sinnvollen Metriken, echter Ergebnisverantwortung und Wertströmen mit klarer Ownership.

Mik Kersten: Output to Outcome

Fazit:

Output ist das, was entsteht. Outcome ist die Wirkung, die zählt.

Wie viele Features in einem PI fertiggestellt wurden, wird künftig weniger relevant sein. Entscheidend ist, welche messbare Wirkung daraus entsteht — für Kunden, Nutzer, Mitarbeitende und Geschäft.

Das erfordert echtes Umdenken. In der Arbeit mit Teams und OKRs zeigt sich immer wieder, wie schnell wir in Output-Logik zurückfallen: Was haben wir gebaut? Was haben wir abgeschlossen? Was können wir vorzeigen?

KI kann dabei helfen — nicht als Ersatz für Führung oder Produktdenken, sondern als konsequenter Sparringspartner:

  • Welche Wirkung wollen wir erzielen?

  • Woran messen wir Erfolg?

  • Ist dieses Feature wirklich notwendig?

Der eigentliche Wert von AI-Native SAFe liegt daher nicht darin, noch mehr Output zu erzeugen. Er liegt darin, Organisationen konsequenter auf Wirkung auszurichten.

Quellen:

Ich suche:

  • den Austausch mit Fach- und Führungskräften,

  • die den Mut haben, unternehmerisch zu denken

  • und Transformation wirklich umzusetzen.

💡Wenn Du Teil der Lösung sein willst:

Bis nächste Woche,
Christoph Lohrer | Dein Transformator

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